Main und Seesäuberung

DSC_0102Viele Zeitgenossen haben die tickende Zeitbombe offensichtlich immer noch nicht begriffen. Wie sonst ließen sich die 350 Kilogramm Müll erklären, die die Mitglieder der Wasserwacht Michelau, unter ihnen zahlreiche Kinder, bei der jüngsten Mainsäuberung am Flussufer und im Bereich des Michelauer Rudufersees gesammelt und abtransportiert haben.
Man kann den Einsatz der jungen Leute nicht hochgenug würdigen wenn man um die Folgen des vorausgegangenen mangelnden Umweltbewusstseins weiß. Ein Großteil des Mülls besteht aus Kunststoff. Über die Flüsse gelangen diese Plastikteile ins Meer.
Im Nordpazifik treibt seit Jahrzehnten ein Müllstrudel, der mittlerweile so groß ist wie Zentraleuropa. Strände unbewohnter Inseln versinken geradezu im Müll, alarmiert der WWF. Seevögel verenden qualvoll an Handyteilen in ihrem Magen, Schildkröten halten Plastiktüten für Quallen und Fische verwechseln winzige Plastikteilchen mit Plankton.
Es dauert rund 400 Jahre bis zur völligen Zersetzung einer Plastiktüte oder einer Kunststoffflasche die ein Badegast oder Wanderer achtlos in der Natur weggeworfen hat. Zunächst zerfällt der Kunststoff in immer kleinere Partikel. Sogar das Plankton, die kleinsten Lebewesen im Meer reichern feinste Plastikteilchen in sich an. So kommen diese über die Nahrungskette unweigerlich auch in immer größere Tiere. Über die Nahrungskette landen die winzigen Müllpartikel und die darin enthaltenen Giftstoffe letztlich wieder auch auf unseren Tellern.DSC_0095
Jedes Jahr landen fast sieben Millionen Tonnen Plastikmüll in unseren Meeren. Angesicht der gewaltigen Menge ist so gesehen die Aktion der Michelauer Wasserwachtler letztlich weniger als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Doch abgesehen vom tatsächlichen Nutzen soll sie eigentlich unser Bewusstsein schärfen. Für die Teilnehmer an der Müllsammelaktion gilt dies allemal. Die haben längst begriffen, dass es so nicht weitergehen kann. Es erscheint nur traurig wenn Kinder den „Dreck“ vieler Erwachsener einsammeln müssen.
Unterstützt wurden die Wasserwachtler von einer Gruppe der „Sea Shepard Franken“ freuen, welche tatkräftig mit anpackte. Diese Gruppe setzt sich ganz konkret für die Rettung der Weltmeere ein und will mit dieser Flusssäuberungsaktion den Mülleintrag in unsere Meere verringern!