33. Kameradschaftsschwimmen 2015

IMG_2297„The same procedure as last year“ hieß es am Wochenende bei der Wasserwacht Michelau die zwischen Hochstadt und Schwürbitz bereits zum 33. Mal ihr Kameradschaftsschwimmen abhielt. Mit rund vierzig Teilnehmern wurden zwar nicht die Rekordzahlen der Vorjahre erreicht, doch dies schmälerte nicht den Spaß den alle Beteiligten im Wasser hatten.
Unterhalb der Brücke in Hochstadt vertrauten sich die Schwimmer der Strömung bei guter Wasserführung an. Auf Grund der Abkühlung in den letzten Tagen war dies kein Vergnügen für „Warmduscher“ doch sobald sich das Wasser in der Schicht der Neoprenanzüge erwärmt hatte, bereitete es allen sichtlich Spaß sich treiben zu lassen.
Einige hatte sogar kleine Unterwasserkameras mitgebracht um das Badevergnügen für sich und die Kameraden festzuhalten. An den Häusern von Gruben vorbei erreichte man die Stelle wo die Rodach, aus Marktzeuln kommend, in den Main mündet. Während sich das Teilnehmerfeld immer weiter auseinander zog folgten die Schwimmer den großen Mainschleifen in Richtung Schwürbitz wo sie von Schaulustigen bereits erwartet wurden.
Erfreulich war die große Zahl junger Teilnehmer, die sich am 33. Kameradschaftsschwimmen beteiligten. Die jüngste Teilnehmerin Selina Büchner von der Wasserwacht Rödental war gerade einmal zwölf Jahre alt. Sie hatte ihre beiden Vereinskameradinnen Carolin Oeler und Lea Becker mitgebracht, die mit ihren 14 Jahren ebenfalls zu den Jüngsten im Feld gehörten. Alexander Bikard von den Tauchfreunden Obermain war mit 15 Jahren der jüngste männliche Teilnehmer.IMG_2412
Der älteste unter den Mainschwimmern war diesmal Dietmar Marzodko vom Tauchsport Hilpert. Er hatte im Juli des Vorjahres seinen sechzigsten Geburtstag gefeiert. Den hat die 53jährige Regina Janke als älteste Teilnehmerin beim Mainschwimmen allerdings noch vor sich.
Welch guten Ruf das Kameradschaftsschwimmen der Michelauer Wasserwacht genießt zeigt sich auch daran, dass die Teilnehmer oft eine weite Anreise auf sich nehmen. So mussten die beiden Wasserwachtler Andreas Lang und Philipp Nützel von der Wasserwacht Forchheim über achtzig Kilometer fahren um am Mainschwimmen teilzunehmen. Überhaupt stellte die Wasserwacht Forchheim mit zwölf Mainschwimmern die größte Gruppe gefolgt von der Wasserwacht Rödental mit zehn Aktiven und den Tauchfreunden Obermain mit sieben Teilnehmern.
Zusätzlich nahmen auch noch Schwimmer von Tauchsport Hilbert, der Wasserwacht aus Neustadt und aus Ebensfeld sowie aus Bad Staffelstein am 33. Kameradschaftsschwimmen teil.
Für alle gab es in Schwürbitz im Gasthof Hirschen ein gemütliches Beisammensein, bei dem auch die oben genannten Teilnehmer vom Vorsitzenden der Michelauer Wasserwacht Dieter Pohl besonders ausgezeichnet wurden.

Main und Seesäuberung

DSC_0102Viele Zeitgenossen haben die tickende Zeitbombe offensichtlich immer noch nicht begriffen. Wie sonst ließen sich die 350 Kilogramm Müll erklären, die die Mitglieder der Wasserwacht Michelau, unter ihnen zahlreiche Kinder, bei der jüngsten Mainsäuberung am Flussufer und im Bereich des Michelauer Rudufersees gesammelt und abtransportiert haben.
Man kann den Einsatz der jungen Leute nicht hochgenug würdigen wenn man um die Folgen des vorausgegangenen mangelnden Umweltbewusstseins weiß. Ein Großteil des Mülls besteht aus Kunststoff. Über die Flüsse gelangen diese Plastikteile ins Meer.
Im Nordpazifik treibt seit Jahrzehnten ein Müllstrudel, der mittlerweile so groß ist wie Zentraleuropa. Strände unbewohnter Inseln versinken geradezu im Müll, alarmiert der WWF. Seevögel verenden qualvoll an Handyteilen in ihrem Magen, Schildkröten halten Plastiktüten für Quallen und Fische verwechseln winzige Plastikteilchen mit Plankton.
Es dauert rund 400 Jahre bis zur völligen Zersetzung einer Plastiktüte oder einer Kunststoffflasche die ein Badegast oder Wanderer achtlos in der Natur weggeworfen hat. Zunächst zerfällt der Kunststoff in immer kleinere Partikel. Sogar das Plankton, die kleinsten Lebewesen im Meer reichern feinste Plastikteilchen in sich an. So kommen diese über die Nahrungskette unweigerlich auch in immer größere Tiere. Über die Nahrungskette landen die winzigen Müllpartikel und die darin enthaltenen Giftstoffe letztlich wieder auch auf unseren Tellern.DSC_0095
Jedes Jahr landen fast sieben Millionen Tonnen Plastikmüll in unseren Meeren. Angesicht der gewaltigen Menge ist so gesehen die Aktion der Michelauer Wasserwachtler letztlich weniger als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Doch abgesehen vom tatsächlichen Nutzen soll sie eigentlich unser Bewusstsein schärfen. Für die Teilnehmer an der Müllsammelaktion gilt dies allemal. Die haben längst begriffen, dass es so nicht weitergehen kann. Es erscheint nur traurig wenn Kinder den „Dreck“ vieler Erwachsener einsammeln müssen.
Unterstützt wurden die Wasserwachtler von einer Gruppe der „Sea Shepard Franken“ freuen, welche tatkräftig mit anpackte. Diese Gruppe setzt sich ganz konkret für die Rettung der Weltmeere ein und will mit dieser Flusssäuberungsaktion den Mülleintrag in unsere Meere verringern!